Wie
wird das Training von den Beteiligten bewertet? - sicherlich ist diese Frage nicht
so einfach und vor allem nicht ganz einheitlich zu beantworten.
Unterschiedliche
Kinder, unterschiedliche Kursleitende und LehrerInnen, verschiedene Standorte
und Rahmenbedingungen erschweren eine standardisierte quantitative Evaluation.
Trotzdem ist
die Frage nach dem Erfolg des Trainings bzw. nach seiner Wirksamkeit die entscheidende
- und das nicht nur für die Durchführenden, sondern auch für interessierte
zukünftige Kooperationspartner und Sponsoren.
So
findet während und nach jeder Durchführung des Kurses "Handwerkszeug
für Kinder" ein intensiver Reflexionsprozess zum Kursgeschehen statt.
Dabei werden alle Beteiligten mit einbezogen, also Kinder, LehrerInnen, Eltern,
Kursleitungen sowie die Ev. Familien-Bildungsstätte.
Folgende
Verfahren der Überprüfung wurden angewandt:
Befragungen und Reflexionsrunden mit unterschiedlicher Methodik mit den
teilnehmenden Kindern während der Kurseinheiten
Besprechungen und Reflexionen mit den beteiligten Erzieherinnen und LehrerInnen
nach jeder Einheit
Reflexionsrunden mit den am Elternabend erschienen Eltern
Fragebogen für Eltern nach Beendigung des Trainings
Fragebogen für LehrerInnen / Erzieherinnen nach Beendigung des Trainings
Abschlussgespräche in der Schule mit Kursleitenden, LehrerInnen, Schulleitung
und
Fabi-Leitung
Bewertungen
durch die Kinder:
Die Kinder werden während der Einheiten
im Plenum regelmäßig danach gefragt, wie es ihnen im Kurs gefällt,
ob sie Gelerntes anwenden konnten und ob sie noch Anregungen bzw. Wünsche
haben.
Eine "Befindlichkeitsrunde", in der jedes Kind zu einer Frage
Stellung nimmt, findet in jeder Kurseinheit zu Beginn und zum Ende hin statt.
Zum einen bekommen die KursleiterInnen damit eine direkte Rückmeldung der
Kinder, zum anderen lernen die Kinder durch diese Übungen, Position zu beziehen
und sich in einem angemessenen Rahmen in einem Plenum zu artikulieren.
Ohne
es zu plakativ verallgemeinern zu wollen:
"Handwerkszeug für Kinder"
kommt gut bei der "Kinder" - Zielgruppe an. Die Rückmeldungen der
Kinder sind in der Regel sehr positiv - vor allem der spielerische Aufbau der
Kurse mit vielen abwechslungsreichen und neuen Methoden wird von den Kindern sehr
geschätzt. Die Kursleitungen werden als externe Personen mit viel Aufmerksamkeit
bedacht, meistens findet schon auf dem Schulhof oder beim Betreten der Kita eine
stürmische Begrüßung statt. Viele Kinder erzählen zu Hause
positiv von dem Training, freuen sich auf die nächste Einheit - und sind
traurig, wenn der Kurs endgültig zu Ende ist.
In
der letzten Einheit wird von jedem Kind ein "Handwerkskoffer" gemalt,
d.h., jedes Kind überlegt sich, was es in den acht Einheiten gelernt hat
und mit in sein Alltagsleben nehmen möchte. Diese Bilder zeigen, dass die
Kinder sehr viele Elemente des Trainings benennen können und mitnehmen möchten.
Weitere Rückmeldungen
zu den beteiligten Kindern und zur Atmosphäre während der Kurseinheiten
erhalten wir durch die Beobachtungen der begleitenden LehrerInnen und der Kursleitenden.
Bewertungen
von Kita und Schule:
Mit
den begleitenden Erzieherinnen, LehrerInnen und der Schulleitung finden regelmäßige
Besprechungen während des Trainings und eine ausführliche Nachbesprechung
statt. Darüber hinaus füllen die KlassenlehrerInnen und die Erzieherinnen
im Anschluss an das Training einen Fragebogen zur Beurteilung des Trainings aus.
Der Rücklauf dieser Fragebögen beträgt 100 Prozent - auch die Kooperationspartner
haben ein großes Bedürfnis, das im Kurs Erlebte zu reflektieren und
besondere Ereignisse oder auch Kritikpunkte noch einmal hervorzuheben.
Die
Bewertungen des Kurses durch die Erzieherinnen und KlassenlehrerInnen sind ebenfalls
überwiegend sehr positiv. Sie loben dabei sowohl die gute Zusammenarbeit
mit dem Fabi- Team als auch die zuverlässige Durchführung des methodisch
gut aufgebauten Trainings. Für die positive Entwicklung der Klassengemeinschaft
waren die Kurse sehr hilfreich. Einzelne Kinder gingen sehr gestärkt aus
dem Training hervor. Besonders positiv wurden die Elternabende beurteilt.
Und
zu den Kritikpunkten: Je nach Verlauf des Trainings sind unterschiedliche kleinere
Kritikpunkte (wie z.B. eine zu geringe Information vor Beginn des Kurses, zu viel
Unruhe im Kurs) genannt worden, die aber die grundlegend zustimmende und begeisterte
Rückmeldung nicht schmälern. Übereinstimmend ist festzustellen,
dass viele Erzieherinnen und LehrerInnen sich wünschen, dass bestimmte Themen
des Kurses noch vertieft werden könnten bzw. dass eine Wiederholung des Trainings
im weiteren Verlauf der Schulzeit sehr sinnvoll wäre.
Zur
Nachhaltigkeit über einen längeren Zeitraum können noch keine Aussagen
gemacht werden, denn dazu müssten in einem zuvor festgelegten Zeitrahmen
(12 Monate?) nach Beendigung des Trainings weitere Befragungen der LehrerInnen
durchgeführt werden.
Zwei
Lehrerinnen - Zitate aus den Fragebögen:
Klassenlehrerin,
2. Schuljahr, Osnabrück März 2007:
"Die Kinder haben sich
jede Woche auf das Training gefreut, waren mit Feuereifer dabei. Sie haben sich
an den Gesprächen lebhaft beteiligt, weil es um sie selbst ging. (...) Durch
die kompetente Leitung von geschulten Kräften, die von außen in die
Schule kommen, wird der Reiz für die Kinder erhöht."
Klassenlehrerin,
2. Schuljahr, Schledehausen Juli 2007:
"Für meine Klasse und für
mich war dieser Kurs eine wirkliche Bereicherung. Wir werden versuchen, viele
positive Dinge in die 3. Klasse mitzunehmen. Einige Kinder, die am Anfang eher
skeptisch waren, waren am Schluss ebenso begeistert wie die restliche Klasse."
Bewertungen
durch die Eltern:
Die Eltern haben am Elternabend Gelegenheit,
sich zum "Handwerkszeug für Kinder" zu äußern und sich
untereinander bzw. mit den Kursleitern über das Projekt auszutauschen. Am
Elternabend bzw. über ihre Kinder erhalten sie außerdem einen Fragebogen
für Eltern, der dann über die Schule wieder eingesammelt wird. Der Rücklauf
dieser Bögen liegt zwischen 60 und 95%.
Viele Eltern nutzen den Fragebogen,
um kurz eine positive Bewertung (durch Ankreuzen) abzugeben. Aus den Elternfragebögen
gehen keine Kritikpunkte hervor - manche Eltern zeigen ihr geringes Interesse
an dem Projekt aber durch das nicht Zurückgeben des Fragebogens bzw. durch
ein sehr knappes Ausfüllen.
Ca.
1/3 der zurückgegebenen Fragebögen enthalten aber auch Statements der
Eltern zu einzelnen Themen bzw. Erlebnissen der Kinder. Diese Statements zeigen,
wie viele Gespräche "Handwerkszeug für Kinder" in Familien
auslösen, und welche neuen Impulse für das Familienleben gesetzt werden.
Falls Eltern sich ausführlicher äußern, ist das durchweg positiv.
Viele Eltern bedanken sich ausdrücklich für das Projekt bzw. wünschen
sich eine Fortführung des Kurses.
Einige
Zitate aus den Elternfragebögen:
"Das
Training hat bei uns für viele tolle Gespräche und einen besseren Umgang
miteinander gesorgt".
"Meiner Tochter hat es sehr gut gefallen,
der Kurs war nur leider zu schnell vorbei...!"
"Nach dem Projekt
sagte unser Sohn, es sei viel schöner in der Klasse geworden!"
"Ich
habe gesehen, dass unser Sohn seine Wut super verpackt und sie in einer guten
Dosierung raus lässt."
"Der Elternabend war sehr informativ,
verständlich und von sehr netten Menschen vorgetragen. Danke."
"Bitte
jedes Jahr wieder ein Nachfolgeprojekt - es hat meiner Tochter ganz besonders
gut gefallen."
"Handwerkszeug für Kinder ist ein stimmiges
Konzept und für die Kinder von großem Nutzen. Sehr empfehlenswert,
besonders auch wegen des spielerischen Aufbaus."
"Vielen Dank
für die positiven Impulse für unser Kind und auch für unsere ganze
Familie!"
"Das Selbstbewusstsein meiner Tochter hat sich enorm
verbessert."
Während
des Elternabends wird auch der Kurs "Handwerkszeug für Eltern"
vorgestellt, und Eltern erhalten später die Möglichkeit, sich selbst
zu diesem Kurs anzumelden.
Bewertungen
durch die Kursleiterinnen:
Abschließend erfolgt an dieser
Stelle noch die Bewertung des Kurses durch diejenigen, die sich am intensivsten
damit auseinandergesetzt haben: Die Kursleiterinnen und Kursleiter.
Die
von der Ev. Familien-Bildungsstätte e.V. in Osnabrück geschulten Referenten
für das soziale Gruppentraining sind in der Regel pädagogische Fachkräfte
(Dipl.Sozialpädagogen, Dipl. Psychologen, LehrerInnen und Erzieherinnen)
mit viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern. Da der Kurs "Handwerkszeug
für Kinder" nur funktionieren kann, wenn die Beziehungsebene zwischen
Leitung und Teilnehmenden stimmig ist, wird von der Kursleitung eine hohe kommunikative
Kompetenz erwartet.
Mit
den Kursleitenden, die bisher in Kitas und Grundschulen die Durchführung
des Kurses "Handwerkszeug für Kinder" übernommen haben, besteht
ein sehr enger und kontinuierlicher Austausch. Besonders in der ersten Durchführungsphase
wurden durch die Rückmeldungen der Kursleiter immer wieder kleine Modifizierungen
im Konzept vorgenommen.
Die
Rückmeldungen durch die ReferentInnen zum Training sind ebenso positiv wie
der der Kinder, Erzieherinnen, LehrerInnen und Eltern. Sie sind überzeugt
von dem Konzept und seinen Inhalten, haben großen Spaß an der Durchführung
des Trainings, zeigen sich begeistert von der Lernfähigkeit und Motivation
der Kinder und stehen auch für de Durchführung weiterer Kurse gerne
zur Verfügung.
Hauptkritikpunkte
der Kursleitenden an dieser Stelle:
Das Verhältnis von Zeitaufwand und
Honorar ist nicht ganz stimmig - wenn man diesen Kurs mit viel Engagement und
Einsatz in einer Kita oder Schule durchführt, dann ergibt sich in jedem Fall
ein hoher zeitlicher Aufwand. Es zeigt sich, dass in fast jeder Durchführung
über das eigentliche Training hinausgehende Beratungsgespräche mit Eltern
bzw. Lehrerinnen anfallen, die nicht honoriert werden können. So ist die
Übernahme eines Kurses auch immer mit ehrenamtlicher Arbeit verbunden.
Der
zweite Punkt ist, dass die Rahmenbedingungen - insbesondere in den Schulen - nicht
immer optimal sind. Das betrifft zum einen die Räumlichkeiten, denn in den
Klassenräumen ist es oftmals sehr eng und durch viele bunte Materialien und
Ausstellungsstücke an den Wänden ist die Ablenkungsgefahr hoch. Zum
anderen unterbricht der strukturierte Schulablauf das Training manchmal an ungünstigen
Zeitpunkten - Zusammenarbeit mit Schule bedeutet, sich streng an die vorgegebenen
Unterrichtszeiten zu halten. Kursleiter müssen immer die Zeit im Blick haben,
um die Einheiten "rund" zu bekommen.
Insgesamt wünschen sich
die Kursleitenden mehr Zeit, um Themen noch intensiver behandeln zu können
- allerdings wären dann die Kosten für das Training so hoch, dass es
kaum noch finanzierbar wäre.